ceWave: Einführung von absperrbaren Rohren auf Lastfallebene
Im Rahmen der instationären Modellierung mit dem Modul ceWave können Kanten des Bauteiltyps Rohr hydraulisch geschlossen werden. Dadurch werden Zuflüsse von oben nicht weitergeleitet, sondern treten entweder anstromig aus oder konzentrieren sich auf alternative Wegigkeiten.

Auf diese Weise können auf Lastfallebene Sensitivitäten, beispielsweise von geplanten Umgehungs- oder Entlastungskanälen, modelliert werden. Durch die lastfallbezogene Betrachtung lassen sich Varianten direkt in den Berichten – etwa anhand von Ganglinien oder Volumina – miteinander vergleichen, ohne dass dafür ein eigenständiges Netzwerk generiert werden muss.
Instationäre Modellierung
Die instationäre Modellierung in cePipe/ceWave dient der hydrodynamischen Simulation von Freispiegelabflüssen in Kanalnetzen. Dabei basiert ceWave auf dem Rechenkern von EPA SWMM und ermöglicht die Berechnung zeitabhängiger Abflussvorgänge infolge von Einzelregen oder Langzeitereignissen.
Im Gegensatz zu stationären Verfahren werden bei der instationären Modellierung Fließzeiten, Wellenausbreitung, Rückstau- und Speicherwirkungen sowie die zeitliche Veränderung von Durchfluss und Wasserständen berücksichtigt. Dadurch können auch komplexe oder vermaschte Kanalnetze, Entlastungs- und Speicherbauwerke sowie verzweigte Netzstrukturen realitätsnah abgebildet werden.
ceWave übernimmt Zuflüsse aus Teileinzugsgebieten, Trockenwetterabflüsse und externe Zuflüsse und leitet diese über Rohre, offene Kanäle sowie Sonderbauwerke ab. Die Software stellt als Postprozessor Zeitreihen von Durchfluss und Abflusshöhen für jeden Netzwerkknoten über die gesamte Simulationsdauer bereit und unterstützt den Vergleich verschiedener Lastfälle direkt im Berichtswesen.
Die instationäre Rohrnetzmodellierung wird insbesondere bei größeren oder hydraulisch komplexen Einzugsgebieten eingesetzt, wenn stationäre Ansätze wie das Zeitbeiwertverfahren nicht mehr ausreichen. Sie erfordert jedoch eine detaillierte Modellerstellung, geeignete Eingangsdaten und eine sorgfältige Kalibrierung, liefert dafür aber eine deutlich realitätsnähere Beschreibung des Abflussverhaltens.
