Instationäre Modellierung: Wehre überarbeitet
Mit der neuen Version von cePipe wurde die hydrodynamische Modellierung von Regenentlastungen mit Streichwehr grundlegend verbessert. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
Bauteilcheck für Wehre
Ab Version 20251215 wurde die Behandlung von Wehren bei Regenentlastungen mit Streichwehr grundlegend überarbeitet. Neu ist ein integrierter Bauteilcheck, der sowohl die korrekte Einbindung des Wehrs in das Netzwerk als auch die Plausibilität der eingetragenen Attribute prüft. Gleichzeitig wurde die Definition der absoluten Wehrhöhe präzisiert: Sie ergibt sich nun aus der Überfallkante über der Sohle des Zulaufs im Hauptkanal. Damit bildet cePipe jene Situation ab, die in der Praxis entscheidend ist – nämlich ab welcher Abflusstiefe im Hauptstrang eine Entlastung tatsächlich einsetzt. Bestehende Projekte sollten aufgrund dieser veränderten Logik überprüft werden.
Zur besseren Übersicht können die geometrischen Kennwerte eines Wehrs nun direkt im Projektexplorer und im technischen Bericht eingesehen werden. Dafür steht eine kompakte Tabelle zur Verfügung, die Wehrhöhe, Kote, Länge und Überfallsbeiwert zusammenfasst und die Kontrolle der relevanten Parameter deutlich erleichtert.


Wehre auf einen Blick
Wehre übernehmen in der Kanalisation zentrale Aufgaben, um Abflüsse zu steuern, Anlagen zu schützen und Überlastungen zu vermeiden. Sie lenken und drosseln die Wassermengen und sorgen im Bedarfsfall für eine sichere Entlastung.
Typische Einsatzbereiche
- Drosselung: Gesteuerter, gleichmäßiger Abfluss nach Regenereignissen, um Anlagen und Netzabschnitte zu entlasten.
- Abflusssteuerung: Vorgabe, wie viel Wasser in welche Richtung weiterfließt – etwa zur Kläranlage oder ins Rückhaltebecken.
- Trennung von Regen- und Schmutzwasser: Bei Normalwetter gelangt nur Schmutzwasser zur Kläranlage, Regenwasser wird bei Bedarf über das Wehr abgeleitet.
- Überlauf- und Entlastungsbauwerke: Begrenzung des maximalen Zuflusses zur Kläranlage; Überschusswasser läuft bei Starkregen kontrolliert über.
- Rückstauvermeidung: Schutz vor Rückfluss aus tieferliegenden Kanalabschnitten.
